
Qigong ist eine traditionelle chinesische Übungsmethode, die seit Jahrtausenden praktiziert wird – und heute mehr denn je in unserer modernen Gesellschaft an Bedeutung gewinnt. Die Kombination aus fließenden Bewegungen, bewusster Atmung, Visualisierung und meditativer Sammlung schafft ein Übungssystem, das sowohl körperlich als auch geistig wirkt. Dabei verbindet Qigong zwei Welten: die jahrtausendealte Weisheit der chinesischen Gesundheitslehre und die Erkenntnisse der modernen Wissenschaft, die immer deutlicher zeigt, wie wertvoll diese Praxis für unser Wohlbefinden ist.
Qigong ist zudem eine der fünf Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Zusammen mit Akupunktur, Kräuterheilkunde, Tuina-Massage und der Ernährungslehre bildet es ein ganzheitliches System, das Körper, Geist und Energie gleichermaßen berücksichtigt. In diesem umfassenden Ansatz nimmt Qigong eine besondere Rolle ein, weil es die Menschen befähigt, aktiv an ihrer Gesundheit mitzuwirken und Selbstregulation zu fördern.
Wie Qigong im Körper wirkt
Die ruhigen, fließenden Bewegungen des Qigong wirken oft unscheinbar – doch sie können eine erstaunlich tiefgreifende Wirkung entfalten. Durch die Kombination von Bewegung, Atmung und Bewusstheit wird das vegetative Nervensystem beruhigt. Der Körper schaltet vom Stressmodus in den Regenerationsmodus, die Muskulatur entspannt sich, und die Atmung wird natürlicher und tiefer.
Qigong verbessert u.a.:
• die Körperhaltung, indem es Verspannungen löst und Stabilität fördert
• die Atmung, durch sanfte Atemlenkung und Vertiefung des Atemrhythmus
• die Beweglichkeit, dank weicher, gelenkschonender Abläufe
• die Durchblutung, insbesondere in Armen, Händen und Beinen
• die Balance, sowohl körperlich als auch emotional
Der Geist kommt zur Ruhe, die Gedanken verlangsamen sich. Viele Praktizierende empfinden bereits nach wenigen Minuten ein Gefühl von Zentriertheit und Leichtigkeit.
Qigong in der modernen Wissenschaft
Qigong rückt inzwischen zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Forschung. Zahlreiche Studien zeigen, dass regelmäßiges Üben positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann.
Moderne Untersuchungen weisen unter anderem auf folgende Effekte hin:
• Stressreduktion: Qigong senkt nachweislich das Stresshormon Cortisol und stärkt die Fähigkeit, mit Belastungen umzugehen.
• Stärkung des Immunsystems: Die harmonisierende Wirkung auf den Organismus kann Abwehrkräfte aktivieren.
• Verbesserung der Herz-Kreislauf-Gesundheit: Blutdruck und Herzfrequenzvariabilität reagieren positiv auf regelmäßige Praxis.
• Schmerzlinderung: Besonders bei chronischen Beschwerden, Gelenkproblemen und Verspannungen kann Qigong unterstützend wirken.
• Mentale Gesundheit: Studien zeigen Verbesserungen bei Schlafqualität, Konzentration, Stimmung und emotionaler Stabilität.
Eine Reihe von wissenschaftlichen Studien zu Qigong sind auf der Website von der National Library of Medicine (hier) und ScienceDirect (hier) zu finden.
Qigong als Ressource im modernen Alltag
Unsere heutige Lebensweise ist geprägt von Geschwindigkeit, Druck und ständiger Reizüberflutung. Qigong bietet hier einen wertvollen Gegenpol. Die langsamen Bewegungen, die tiefe Atmung und die innere Achtsamkeit schaffen einen Raum, in dem Körper und Geist zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen.
Ob kurze Morgenroutine, entspannende Mittagspause oder Abendritual zum Abschalten – Qigong lässt sich flexibel in den Alltag integrieren. Menschen jeden Alters und jeder körperlichen Konstitution können von den sanften Übungen profitieren. Viele berichten, dass Qigong nicht nur körperliche Beschwerden lindert, sondern auch innere Stabilität, Gelassenheit und Lebensfreude stärkt.
Die Qigong-Praxis lädt dazu ein, sich selbst bewusster wahrzunehmen, Lebensenergie aufzubauen und die Gesundheit ganzheitlich zu fördern. Wer Qigong regelmäßig übt, erlebt nicht nur körperliche Vitalität, sondern auch innere Ruhe – einen Weg zurück zur eigenen Mitte, zur persönlichen Kraft und zu einem ausgeglichenen Leben.
